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Moewen

Ort Dranske und Umgebung

Luftbild Dranske auf Rügen

Der Norden Rügens ist im Gegensatz zum Süden weitgehend unberührt. Dünen- und Boddenlandschaften wechseln sich ab, es gibt zahlreiche Neherungen und Buchten, viele geschützte Tierarten sind hier zu Hause.

Dranske befindet ca. 5km südwestlich vom Bakenberg und wurde erstmals im Jahre 1314 urkundlich erwähnt, und ist, wie viele Gemeinden auf Rügen, ein ehemaliges Fischerdorf. Zu Dranske gehören die Ortsteile Banz, Bug, Dranske-Hof, Goos, Gramtitz, Kreptitz, Kuhle, Lancken, Starrvitz und Nonnevitz (Bakenberg).

Der Ort selbst hat nur ca. 1.190 Einwohner. Früher als Dranske noch Marinestützpunkt der DDR war, lag die Einwohnerzahl bei knapp 4.000. Anders als im Süden Rügens herrscht hier eine einzigartige Boddenlandschaft mit vielen Nehrungen und Buchten vor. Man kann angeln, paddeln, Boot fahren und gut Wind- bzw. Kite Surfen. Auf der gegenüberliegenden Seite gibt es kilometerlange und flach abfallende Sandstrände, vor allem am Bakenberg bei Nonnevitz.

Die Gegend zählt eher zu den ruhigeren Urlaubsorten der Insel und wird langsam entdeckt, derzeit werden einige Reetdachhausprojekte umgesetzt die sich sehr gut in die Landschaft einfügen. Eine Massenbebauung, wie vielerorts auf Rügen, findet hier jedoch nicht statt. Der ursprüngliche Reiz des Nordens bleibt also erhalten. Das die Umgebung von Dranske - Bakenberg als Geheimtipp gilt, zeigen einige Beispiele nahmhafter Schauspieler oder Musikproduzenten, die hier ihre Ferienhäuser gebaut haben. Man ist hier unter sich und fernab vom Massentourismus im Süden der Insel.

Von Dranske aus verläuft der Hochuferweg an der Ostseeküste bis Kap Arkona, durch Küstenwald und Freiflächen.

 

Dieses Video ist Eigentum vom Tourismusverein Nord-Rügen e. V.

 

Jedes Jahr im Mai startet der deutsche Windsurfcup mit echten Spitzensportlern! Ein Museum gibt es in Dranske auch, seit 1999 lädt das marinehistorische Museum ein zum Blick in die Vergangenheit der Seefahrt. Es gibt auch eine Ortsbibliothek und einen barocken Park, welcher früher Teil eines Gutshofes war. Für Campingfreunde lädt ein moderner Campingplatz mit Spielplatz und Radverleih zum "Urlauben" ein.

Der Ort liegt gleichzeitig an Ostsee und Wieker Bodden. Hier gibt es ideale Bedingungen für Wassersport (Windsurfen, Segeln, Kitesurfen), Angeln, Rad fahren, Wandern und für Bootsausflüge. Das Gebiet blieb weitestgehend verschont vom Bauboom der letzten Jahre und es gibt heute nur wenige Ferienwohnungen in Dranske.

Die Gegend auf der Halbinsel Wittow gehört zu den landschaftlich schönsten Regionen Rügens.

Segeln auf Rügen bei Dranske
Angeln auf Rügen bei Dranske

Das Feriendorf am Bakenberg ist ca. 4km entfernt von Dranske und per Rad und Auto schnell erreichbar. Im Ort gibt es alles was wichtig ist, Lebensmittelmarkt (Norma), Arzt, Apotheke, Fremdenverkehrsamt, Surf- Segelschule, Bootsanleger und ein kleiner Hafen.

Von Juni bis September fahren ab Bootssteg am Bodden (neben Strandhotel und Surfschule) Schiffe nach Hiddensee.

Leuchtturm Dornbusch auf der Insel Hiddensee

In Kuhle, nahe dem Feriendorf am Bakenberg, wird im Sommer auf der Wiese das Ostseekino aufgebaut, wo Sie tolle Filme sehen können.

Ostseekino un Kuhle | Ostseekino Dranske auf Rügen

Die älteste und heute noch betriebene, ja wiederbelebte Gaststätte Rügens, der Schifferkrug, befindet sich im Ortsteil Kuhle, direkt auf dem Weg zum Feriendorf am Bakenberg. Hier wurde bereits 1455 bewirtet, es gibt sehr gute Fischgerichte zu vernünftigen Preisen, sehr empfehlenswert.

Fischgaststätte Schifferkrug in Dranske auf Rügen

Jährlich wird die große Boddenparty im Juli gefeiert.

Bild der Rügen Piraten Beachparty im Juli

Südwetslich von Dranske erstreckt sich die Halbinsel Bug. Der Bug hat eine Länge von 8km und ist an seiner schmalsten Stelle nur 55 m breit, an der breitesten Stelle 1,5km breit. Der Bug hat seine ganz eigene Geschichte, in die wir Sie nun mitnehmen wollen:

Im Jahre 1921 wohnten auf dem Bug elf Familien Die kleine Siedlung bestand aus drei Lotsenhäusern, Zollhaus und Schule.

Ab 1933 wurde hier ein Fliegerhorst mit Landflugplatz gebaut. 1939 gab es dann mehrere Flugzeughangars, Kasernengebäude und Versorgungseinrichtungen. Der Stützpunkt war Ausbildungsstätte für Piloten, Bordschützen, Funker und Aufklärer, es wurden aber keine Kampfeinsätze von hier aus geflogen. Ab Herbst 1944 bis 4. Mai 1945 war die Seenotgruppe 81 unter hier stationiert

1948/1949 sprengte die Rote Armee die Einrichtungen auf dem Bug und er blieb 1947–1950 unbewohnt, was der Natur sehr gut tat. Von 1954 bis 1960 gab es auf dem Bug die Jugendherberge „Gerhart Hauptmann“ und einen Zeltplatz.

1961 bis 1965 errichtete die NVA der DDR den Stützpunkt für die 6. Flottille der Volksmarine. Bis 1990 war der Bug Stützpunkt der Schnellbootflottille sowie Sperrgebiet. Von hier aus wagten einige DDR Bürger die Flucht per Surfbrett über die Ostsee Richtung Freiheit, einige starben dabei auch. Nach der Wende wickelte die Bundeswehr den Schnellbootstützpunkt ab.

Von 1993 bis 1999 gab es eine große Ausschreibung zur Nutzung des Bugs, einige Konzepte wurden vorgestellt. 2001 kaufte die Firma Oetken aus Oldenburg die 209 ha große Liegenschaft und begann die Sanierung des Bugs und die Planung eines Ferienzentrums mit Marina, 400 Liegeplätzen und 2.000 Betten. 2002 war damit jedoch Schluss mangels Geld.

Seitdem breitet sich die Natur hier wieder aus und der Bug ist ein Ort mit viel Geschichte, die man fühlen kann bei einer Führung durchs Sperrgebiet, die vom Fremdenverkehrsamt Dranske mehrmals wöchentlich organisiert wird. Hier erfahren Sie alles über die Geschichte des Buges und tauchen ein in eine Zeitreise. Es gibt wenige solcher Orte in Deutschland.

Der Bug gehört heute auch zum Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft.

Karte Rügen - Dranske Bug
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